Streifzug durch Salzburg

Für den Samstag hatten wir uns einen Besuch in Salzburg vorgemerkt – wohl wissend, dass höchstwahrscheinlich viele andere Menschen dieses Vorhaben mit uns teilen würden… Und so war auch; während der Weg von Reit im Winkl nach Salzburg über die Landstraße frei von Staus war, quälte sich eine Blechlawine im Schneckentempo durch die City von Salzburg, bis wir unseren Wagen um die Mittagszeit in der Altstadtgarage abstellen konnten, die sich mitten im Mönchsberg – dem Salzburger Stadtberg – befindet. Von dort aus gelangt man mit nur wenigen Schritten in die Innenstadt und hat die Qual der Wahl, ob zuerst der Salzburger Dom oder der Weihnachtsmarkt inspiziert wird.

Wir entschieden uns – schließlich sind wir nicht zum Spaß unterwegs – für einen kulturellen Auftakt und folgten der Einladung des heiligen Petrus in den Dom. Der Barockbau, an dessen Stelle bereits im Jahre 774 ein romanischer Dom stand, brannte insgesamt sechs Mal nahezu vollständig ab und verfügt über insgesamt fünf Orgeln. Vier davon sind als sogenannte Vierungsorgeln eine absolute Besonderheit: Die an den Vierungspfeilern der großen Kuppel angebrachten, identischen Orgeln sorgen für einen polyphonen Klang, die in der barocken Kirchenmusik von großer Bedeutung war. Leider wurden sie an diesem Tag nicht bespielt – als Entschädigung konnten wir dem beeindruckenden Sound des Domgeläuts lauschen, zu denen mit „Salvator“ eine der weltweit größten Glocken gehört.

Unser Streifzug führte uns vorbei an Mozarts Geburtshaus und durch enge Gassen mit restaurierten Fassaden und politisch mehr oder minder korrekten Schildern an den Häusern, vorbei am pappnasigen Glühwein-Einschenker „Willi“ und an Häuserzeilen sowie der Sankt Blasiuskirche, die sich mit ihren Rückwänden ganz nah an den Mönchsberg schmiegen.

Auf dem Weg zur Festung Hohensalzberg statteten wir der barocken Kollegienkirche einen Besuch ab, die als Universitätskirche in ihrer langen Vergangenheit nicht nur Gottesdienste, sondern auch Theateraufführungen und andere Festlichkeiten erlebt hat.

Neben der schaurig-schönen Erzabtei St. Peter befindet sich einer der schönsten und ältesten Friedhöfe der Welt, auf dem einige berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte fanden – unter anderem die Schwester von Mozart sowie ein jüngerer Bruder Joseph Haydns, der ebenfalls als Komponist tätig war. Direkt nebenan befinden sich zwei in den Festungsberg gehauene Katakomben aus frühchristlicher Zeit, die für 2 Euro Eintrittsgeld besichtigt werden konnten.

Die Festungsbahn brachte uns in nur 30 Sekunden 540 Meter hoch auf den Festungsberg und ersparte uns gegen Zahlung eines kombiniertes Fahrpreis-/Eintrittsgeldes einen halbstündigen Aufstieg per pedes. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick auf Altstadt und Salzach. Die Ausstellungen im Inneren der großen Festungsanlage waren für uns nicht so spannend wie früher besichtigte Burgen und Schlösser an anderen Orten. Beeindruckend hingegen sind die gotischen Fürstenzimmer mit prachtvollen Schnitzereien und Steinmetzarbeiten, in denen es für Fotos leider zu dunkel war.

Wir genehmigten uns auf dem Weihnachtsmarkt im Burghof noch einen leckeren Glühwein sowie ein Raclette-Brot als Wegzehrung für die Abfahrt mit der Festungsbahn und anschließende „Heimreise“ ins Gut Steinbach, wo wir am Abend – zusammen mit 9,3 Millionen anderen Zuschauen – die letzte (?) Ausgabe von Wetten, dass… auf den kuscheligen Sofas unseres Familienzimmers anschauten.

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