Stinksauer & hundemüde

Heute Nachmittag hat sich das Permai Rainforest Resort auf meiner nach oben hin offenen Unbeliebtheits-Skala pfeilschnell auf den ersten Platz katapultiert, wo es auch auf ewig und drei Tage bleiben wird. Und während in Deutschland gerade Kaffee und Kuchen gereicht wird, sitze ich im Hilton Kuching fest. Aber der Reihe nach:

Ein total nettes Empfangs-Komitee des hiesigen Reisebüros wartete am Flughafen in Kuching pünktlich und mit sauber geschriebenen Namensschild auf mich und schleppte meinen mit Backsteinen gefüllten Koffer artig zum wartenden Auto, in dem zuvor die Air Condition für angenehme Temperaturen gesorgt hatte. „Johann“ stellte sich als Teilzeit-Muslim vor (tagsüber Allah ergeben, Abends dann als Christ unterwegs um das eine oder andere Bier ungestraft trinken zu können) und plauderte während der Fahrt zum Baumhaus-Resort munter mit mir über die Sehenswürdigkeiten, die sein Land zu bieten hat.

Kurz vor Ankunft im gebuchten Permai Rainforest Resort berichtete er mir, dass es ein Problem gäbe: Das Hotel hätte „mein“ Baumhaus aufgrund eines nicht näher spezifizierten Fehlers anderen Gästen gegeben und würde mich nun im Schwesternhotel unterbringen – selbstverständlich mit kostenfreiem Zimmer-Upgrade.

Meine blitzschnell nach oben gezogene Augenbraue wollte sich gar nicht mehr beruhigen… MEIN Baumhaus? Anderen Gästen gegeben? Ungefragt? Jeder, der mich auch nur ein klitzekleines bisschen kennt weiss, dass das keine sehr gute Idee war.

Aber ich habe ja Urlaub. Und ich bin (meistens) nett und freundlich. War ich auch – ich schwöre! Bis zu dem Zeitpunkt als ich, in der 224-Zimmer-Bettenburg angekommen, weder eine freundliche Begrüßung noch einen kalten Waschlappen geschweige denn ein kühles Getränk in die schweissnassen Hände gedrückt bekam. Über die lustig kreischende Reisegruppe in der Lobby, die laute Fahrstuhl-Musik am Pool und die lautstark animierenden Animateure will ich jetzt lieber nicht schreiben. Dafür lasse ich den geneigten Leser doch lieber noch am Erlebnis meiner Zimmer-Upgrades teilhaben: Dem unvorbereiteten und ungelüfteten „Beach-Chalet“ mit lieblos hineingestelltem Mobiliar der Marke „Roller-Möbel“ und den Ameisen-Kolonien im so genannten Badezimmer. Die normalen Zimmer möchte ich niemals in Augenschein nehmen.

Nichts wie weg! Und hin zum eigentlichen Corpus Delicti – nur 3 Autominuten von einem Urlaubserlebnis entfernt, für das ich auch einen knapp vierstündigen Flug nach Mallorca hätte angetreten können. Dass mein Gespräch mit dem Herrn über die Baumhäuser nicht von Erfolg gekrönt war, kann man sich wohl denken… Allerdings auch, dass „meine“ Reisebüros ihm kurzerhand klargemacht haben, dass dieser Vertragsbruch nicht ungestraft bleiben wird. Und so ist es: Die kleine Suite im Hilton geht zu Lasten des Übeltäters und ich verlasse morgen Mittag diese ungastliche Insel. Bye-bye Borneo – auf zum nächsten Abenteuer nach Kuala Lumpur!

Aber erst mal stecke ich meine Nase in eines von vier Daunenkissen. Bin seit 30 Stunden auf den Beinen…

Foto: Miss.Erfolg/photocase.com

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