Schnüffeln auf Koh Samui

Rückblickend war uns am Abend unserer Anreise auf Koh Samui auch klar, warum wir bei Buchung unserer Sommer-Reise im Mai so ein Schnäppchen geschossen hatten: Nachdem das Wetterphänomen „La Nina“ im März für absolut ungewöhnliche Wetter-Kapriolen gesorgt hatte und die Anzahl von Reisewilligen angesichts überfluteter Flughäfen, gestrichener Fähren und Temperaturen nur knapp über 20 Grad massiv zurückgegangen war, versuchten wohl viele Hoteliers, durch Super-Sonderangebote so viele Touristen wie möglich anzulocken.

Und das hatte ja auch prima geklappt. Am Vortag mit der Nachmittags-Maschine von Thai Airways in Frankfurt startend, waren wir über Bangkok kommend am Morgen des letzten Juli-Tages bei strahlendem Sonnenschein um kurz vor 9 Uhr gelandet. Der Transfer zum über TUI gebuchten Hotel klappte reibungslos und kaum im Imperial Boat House angekommen, durften wir trotz der frühen Ankunftszeit unsere Boathouse-Suite beziehen. Das Haus hatten wir aufgrund der direkten Strandlage und den ungewöhnlichen Unterkünften ausgewählt: Während der Großteil des 200-Zimmer Hauses über normale Unterkünfte verfügt, befinden sich in einem tropischen Garten mehr als zwei Dutzend traditionelle Reisbarken, die zu geräumigen Suiten mit separatem Wohnzimmer umgebaut wurden. Urlaub auf dem Schiff, jedoch ohne die berühmte „Handbreit Wasser“ unter dem Kiel.

Auf dem Weg durch die Anlage fiel uns eine große Anzahl von Mitarbeitern auf, die offenbar mit Instandsetzungs-Arbeiten an Gebäuden, Reisbarken und dem Garten beschäftigt waren und stolz erklärte uns die Check-In Mitarbeiterin, dass wir eine frisch renovierte Boathouse-Suite beziehen dürften – sozusagen als Erstbezug nach einer umfangreichen Sanierung, die aufgrund der verheerenden Frühjahrs-Überschwemmungen notwendig geworden war. Das Gelände hatte offenbar großflächig unter Wasser gestanden und wir bemerkten den immer penetranteren Geruch von Lösungsmitteln, je weiter wir in den Garten vordrangen.

Bei unserer Reisbarke „Boat 2322“ angekommen spürten wir gleich, dass der frische Geländeranstrich noch nicht ganz durchgetrocknet war und als die Tür aufgeschlossen wurde, kam uns ein regelrechter Duftschwall entgegen, der jeden Schnüffler augenblicklich stoned gemacht hätte. Ich muss gestehen, dass ich in meiner Kindheit mit Begeisterung oftmals kurz an der Uhu-Tube geschnuppert habe und auch heute rieche ich den Duft von Benzin an der Tankstelle noch ganz gern. Die Betonung liegt jedoch auf „kurz“. In solchen Räumen zu schlafen, kann weder für Erwachsene, noch ein 8-jähriges Kind gesund sein.

Sinnigerweise waren die Fenster vernagelt und konnten nicht geöffnet werden, was zu keiner Abhilfe der massiven Geruchsbelästigung führen konnte und es war ersichtlich, dass die Renovierungsarbeiten qualitativ minderwertig ausgeführt worden waren: So ließen sich beispielsweise die Schubladen der Schränke nicht öffnen, da diese durch Lack mit den übrigen Teilen des Mobiliars verklebt waren.

Also ein klarer Fall für die „Urlaubsretter“ von RTL, die jedoch gerade nicht zur Stelle waren. Müde – und durch die lange Anreise mittlerweile auch etwas grummelig – machten wir uns auf den Rückweg zur Rezeption, um gemeinsam mit dem Hotel-Management eine Lösung zu finden. Das war angesichts mangelnder Kooperationsbereitschaft relativ schwierig weil man nicht nachvollziehen konnte, dass wir uns nicht so recht über die frisch renovierte Suite freuen. Es folgten diverse Telefonate mit dem zuständigen TUI-Reisebetreuer vor Ort und nach einigem hin-und-her bezogen wir als Interims-Lösung zwei nebeneinander liegende Standard-Zimmer mit Verbindungstür im ersten Stock des trocken gebliebenen Haupthauses.

Hier blieben wir insgesamt 4 Nächte bis endgültig klar war, dass TUI uns aufgrund der Haupt-Ferienzeit weder ein vergleichbares, noch besseres Domizil für 2 Wochen zur Verfügung stellen konnte und wir uns selbständig über Expedia eine andere Unterkunft besorgten. In diesen wenigen Tagen hatten wir trotz dieser Umstände viel Spaß: Während das Frühstück eher unterdurchschnittlich ist, kann man das Abendessen in diesem Haus sehr empfehlen. Der Choeng Mon Beach ist nicht überlaufen und es gibt ein paar Massage-Buden mit tollem Personal und günstigen Preisen sowie viele Möglichkeiten, die leckere einheimische Küche zu genießen. Eigene Fotos von der Anlage gibt es nicht – alle Bilder stammen direkt von der Webseite des Hotels.

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