N wie Nasya Karma

Ein wichtiger Bestandteil der Ayurveda-Kur ist Nasya Karma – die Behandlung über die Nasenschleimhaut. Dabei geht es um die Reinigung und den Ausgleich der Doshas im Kopf- und Rachenbereich. Die gesamte Behandlung besteht aus drei Teilen: Inhalation, Kräuterstempel-Massage und der eigentlichen Nasenspülung mit Öl. Aber der Reihe nach: Bei Nasya gibt es noch einige „Spielregeln“ drumherum, die beachtet werden müssen:

Zum Frühstück gibt es eine Reissuppe und an diesem Tag muss komplett auf frische Früchte verzichtet werden – der leckere Obstteller ist also gestrichen. Man darf sich die Haare nicht waschen und sollte nicht an den Strand und ins Wasser gehen. Außerdem sind Sonnenbäder und Zugluft zu vermeiden.

Der Behandlungstag beginnt mit einer ausgiebigen Schulter-, Rücken- und Nackenmassage, während derer eine individuell zusammengestellte Mischung aus Kräutern, Blättern und Wurzeln aufgekocht wird und im Behandlungsraum vor sich hin duftet.

Direkt nach der Masssage wird dieser Sud in ein kleines Schränkchen gestellt, der unter der Massage-Liege angebracht ist. Nun wird noch eine in der Liegefläche befindliche Luke geöffnet, durch die der Dampf nach oben zum darüber liegenden Kopf steigt. Ein über den Kopf gelegtes Handtuch verhindert, dass der Dampf entweichen kann und 20 Minuten später ist man gar gekocht die Inhalation beendet. Als nächstes erhält man eine Kräuterstempel-Behandlung im Gesicht – vorwiegend wird dabei die Stirn und das Areal rund um die Nase „gestempelt“.

Ausgestattet mit einem Turban (den man für mindestens 5 Stunden nach der Behandlung nicht abnehmen soll) wird man von der Ärztin auf das eigene Zimmer begleitet und legt sich dort mit dem Rücken aufs Bett – so dass der Kopf ganz dicht am Fußende liegt und dabei der Hals überstreckt wird. Nun tröpfelt die Ärztin einige Tropfen Öl in die Nase, die langsam eingeatmet werden und dabei den Rachen hinunter rinnen.

Der nächste Schritt findet im Badezimmer statt: Man erhält einen großen Becher mit einer warmen Salz-Pfeffer-Lösung und gurgelt was das Zeug hält. Anschließend zieht man (hörbar!) die Nase noch und spuckt den so aufgetretenen Schleim samt den Ölresten aus. Dieser Vorgang muß mehrfach wiederholt werden und die Ärztin ist erst zufrieden, wenn die Angelegenheit möglichst geräuschvoll vonstatten geht und Menge sowie Farbe des Schleims ihren Vorstellungen entspricht, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte…

Diese Behandlung wirkt unglaublich befreiend, selbst wenn man vorher keine Probleme mit den Nebenhöhlen hatte.

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