I wie Irrigator

Ideenlosigkeit plagt mich, als ich versuche, meinem Hirn einen sinnvollen Beitragstitel mit dem Anfangsbuchstaben „i“ zu entlocken. Sinnlose Dinge fallen mir ein, z.B. irrer Idiot, illustre Irritationen oder instabiles Igelgras. Ein kurzweiliger Chat mit dem pfiffigen froschbroetchen bringt die Illumination Erleuchtung, denn nach ein paar Blödeleien und dem Austausch von diversen „iWords“ ist auf einmal der Titel dieses Beitrag gefunden: Irrigator.

Wer an dieser Stelle einen opulent bebilderten Bericht erwartet, wird enttäuscht – schließlich handelt es sich um eine sehr intime Angelegenheit. Beim Vasti, einer der wichtigsten ayurvedischen Behandlungen, wird warmes Sesamöl mithilfe eines Irrigators in das Rektum geleitet. Auf Englisch, denn die Ayurveda-Ärztin spricht kein Deutsch, hörte sich das alles etwas weniger dramatisch an:

„Vasti is the most powerful ayurvedic treatment, it will help to balance your doshas, clean your inside body and gives you energy and a feeling of lightness. We will put a little oil in your rectum and you have to keep it for minimum one hour, but it’s better to keep it until the dinner or next morning.“

Meine bange Frage, wie viel denn „a little oil“ sei, wurde glücklicherweise mit einer wirklich kleinen Menge beantwortet:

„The first two days we use 20 ml for the Vasti and for the last day 40 ml are used.“

DREI Tage? Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass man diese Behandlung nur einmal über sich ergehen lassen muss und vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon tagelang auf der Toilette weilend, mit furchtbaren Bauchkrämpfen und kaltem Schweiß auf der Stirn.

Letztendlich war es dann überhaupt nicht schlimm. Vorbereitend auf den Einlauf wird eine sanfte Bauchmassage mit warmem Öl verabreicht, dann legt man sich auf die linke Seite und muss das rechte Knie anziehen (ähnlich der stabilen Seitenlage). Eine Therapeutin legt ein großes Tuch auf die Körpermitte und zieht unter diesem Tuch diskret den Slip gerade so weit herunter, dass die Ärztin mittels dünnem Schlauch und einer kleinen Spritze warmes Sesamöl in den Darm befördern kann.

Da man sich nach dieser Behandlung Ruhe gönnen sollte, habe ich mich lesend auf dem Balkon meines Zimmers entspannt und es auch tatsächlich am letzten Tag bis zum Abendessen geschafft, das Öl nicht zu verlieren.

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