Filmreife Strände und Buchten

Wer auf Rhodos einen Strandtag plant, hat die Qual der Wahl: Die Insel bietet unzählige Strände und Buchten – von einsam und romantisch bis hin zu turbulent und laut. Wir gehören eher nicht zu der Sorte von Urlaubern, die sich ganztägig auf Sonnenliegen räkeln um eine (eher ungesunde und daher fragwürdige) Urlaubsbräune zu erlangen.

Wir brauchen klares Wasser und gute Sicht um durch unsere Schnorchelbrillen möglichst viel von der Unterwasserwelt zu sehen und deshalb sind uns Kiesstrände sehr recht. Leider hapert es noch ein wenig mit der prächtigen Fotodokumentation weil die Unterwasserkamera von Nikon zwar an Land überragende Bilder (z.B. Food-Fotos) schießt, sich unter Wasser jedoch nur langweile Aufnahmen entlocken lässt. Ob es am Fotografen liegt…?

Filmreif ist – im wahrsten Sinne des Wortes – auf jeden Fall die Anthony Quinn Bay zwischen Faliraki und Lindos. Hier wurden 1961 Teile des Films „Die Kanonen von Navarone“ mit Anthony Quinn gedreht und angeblich bekam er die Bucht anschließend wegen der tollen Fremdenverkehrswerbung vom Griechischen Staat geschenkt. Andere Quellen berichten davon, dass er das Land ordnungsgemäß erworben hätte. Egal ob Kauf oder Schenkung: Einige Jahre später erfolgte eine Rückabwicklung durch den Staat, der Name der Bucht (die eigentlich „Vagies-Bucht“ heisst) blieb jedoch. Hier kann man Liegen und Schirme mieten, muss dafür wahrscheinlich aber noch vor dem Frühstück anreisen: Obwohl wir schon kurz nach 10 Uhr die Bucht erreichen, können wir nur noch eine Liegefläche auf den Felsen ergattern. Jede Menge Felsen liegen auch in der Bucht, die bis ca. einen knappen Meter unter die Wasseroberfläche reichen und daher prima für einen Zwischenstop geeignet sind, um z.B. eine beschlagene Schnorchelbrille wieder einsatzfähig zu machen.

Südlich von Archangelos befindet sich die Agathi Bay mit dem Fischerort Charaki, der über einen schönen und seicht abfallenden Strandabschnitt verfügen soll. Auf dem Weg dorthin entdecken wir jedoch eine verlassene Bucht und ändern spontan unsere Pläne. Außer einem verlassenen Zelt ist hier „keine Sau“, was sicherlich auch an dem beschwerlichen Weg über spitzes Lavagestein geschuldet ist, welcher sich unter Wasser als gefährliche Rutschbahn entpuppt. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und die Belohnung fällt entsprechend groß aus: Unzählige Fische und Einsiedlerkrebse tummeln sich vor diesem einsamen Küstenabschnitt.

Den Ialysos-Beach besuchen wir auf einer unserer Heimfahrten spontan, während sich die Sonne schon dem Horizont nähert. Zu verlockend erscheinen die relativ hohen Wellen und der fast menschenleere Strandabschnitt zur Abendessenzeit. Hier tummeln sich tagsüber Wind- und Kitesurfer und auch in Planespotting-Kreisen ist dieser Strand berühmt, da er sich direkt in der Einflugschneise des Internationalen Flughafens Diagoras befindet. Hier toben wir eine Weile im Wasser herum, bis die Sonne untergeht und wir uns hungrig wie ein ganzes Wolfsrudel gen Temporär-Heimat begeben.

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Erwähnenswert sind auch noch die St. Pauls Bay, in der angeblich der Apostel Paulus gelandet sein soll, um den Inselbewohnern vom Christentum zu berichten. Außerdem der kilometerlange Strand von Afantou mit Milliarden Kieselsteinen und so klarem Wasser, dass einem schier die Spucke im Schnorchel steckenbleibt. Und last but not least der feinsandige Tsambika Beach, der zum Kircheneigentum gehört und daher ohne störende Hotelkulisse im Hintergrund auskommt. Hier befinden sich aufgrund von unterschiedlichen Strömungen und Wassertemperaturen viele Fische in Schwärmen, deren Pracht die olle Kamera gar nicht rüberzubringen vermag :-(

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