Essen & Trinken

Echte Feinschmecker und Menschen mit sensiblen Geschmacksnerven sind in Prag eher auf verlorenem Posten: Zwar gibt es ein paar wenige (zumeist hochpreise) Restaurants, in denen Haute-Cuisine oder sogar Molekularküche angeboten wird, die Mehrzahl der Gaststätten tischt den Gästen jedoch traditionelle, böhmische Gerichte ohne viel Tam-Tam auf.

Auf den Speisekarten der einzelnen Restaurants findet man deftige Gerichte: Gulasch im Brottopf, Gänsebraten mit Knödeln und Rotkohl, Ente an Pflaumensauce, Kartoffelpuffer etc. und auch unterwegs in der Stadt findet man viele Stände, die klassische Hausmannskost anbieten.

An Streetfood sind wir aus Asien gewöhnt und wir lieben einfach die Möglichkeit, bei einer „Bratwurst auf die Faust“ oder bei einen Glas Wein am Winzerstand stehend, schnell und unkompliziert mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Preiswert ist das Ganze meist auch noch: Bratwurst vom Grill kostet – ebenso wie ein Glas Bier oder Wein – meistens 50 Tschechische Kronen (das entspricht ungefähr 1,80 Euro) und wer sich eine Scheibe vom berühmten Prager Schinken abschneiden lässt, muss 89 CZK je Hundert Gramm berappen. Dazu gibt es ein bis zwei Scheiben Roggenbrot mit knuspriger Kruste und einen großen Klacks Senf, den wir milder noch nirgendwo gegessen haben.

Halt machen sollte man in jedem Fall zwischendurch in einem der Prager Cafés. Im Rudolfinum beispielsweise, dem Prager Konzerthaus, kann man nicht nur eine wunderschöne Bauweise bestaunen, sondern auch einen ausgezeichneten Zwischenstop einlegen, um bei Kaffee und Kuchen den müden Füßen ein wenig Ruhe zu gönnen. Wer es hingegen trubeliger mag und seinen Kaffee gerne in einer echten Touristenfalle trinken möchte, dem sei das Café Kafka nahe des Altstädter Rings ans Herz gelegt. Hier zahlt man 170 (statt 50) Kronen für einen Cappuccino und darf außerdem noch einige Minuten Schlange stehen, bevor man einen Platz ergattert.

Und da es derartige Restaurants zuhause bei uns „um die Ecke“ leider nicht gibt, ist es für uns Landeier immer wieder verlockend, einen Inder oder Chinesen aufzusuchen. Beim Inder lagen Bild und Wirklichkeit des Chicken Tikka schon recht nah beisammen, geschmacklich waren wir jedoch nur mittelmäßig begeistert. Und der Chinese… mal ehrlich, was kann man bei den Gerichten M4, M5 und M6 schon falsch machen? Ein kleines Wasser ohne Kohlensäure war dort zwar nicht erhältlich („solly – no have“), dafür war die 2-Liter Pulle mit 90 CZK für ein Restaurant jedoch äußerst preiswert.

2 Kommentare

  1. Kaum hat man den Artikel durchgelesen knurrt einem der Magen und das Gehirn plant schon den kürzesten Weg zur Küche. Manche würden diese Bildergalerie als Food-Porn bezeichnen. =)

    Ich bin dann mal in der Küche…

  2. Da ist man mal ein paar Tage anderweitig beschäftigt, plant seine eigene keine Reise (mal in Europa) – und muss dann neidvoll feststellen, dass hier schon wieder was mit hohem Neidfaktor gebloggt wurde!!!! Mmmmh – Gulasch im Brotkorb, Ente an Pflaumensauce …. (obwohl beides ja eher was für kühlere Zeiten sind). Aber trrr … dingsbums – das alleine wäre für mich echt ein Grund, mal nach Prag zu reisen! Und die Architektur … und die Brücken …. also Prag hat es jetzt ziemlich weit nach oben auf unsere Reiseliste geschafft!

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