Entdeckungsreise per Boot

Ein sehr frühes Frühstück war angesagt. Wer mit einem Reiseveranstalter den Damnoen Saduak Floating Market besuchen will, wird quasi noch vor dem Aufstehen von einem Tourguide in Empfang genommen und von diesem in einen Bus gesetzt, in dem der entgangene Schlaf zumindest ein bisschen nachgeholt werden kann. Ungefähr 90 Kilometer gen Westen müssen zurückgelegt werden und das schafft man entweder in knapp 1,5 Stunden um sieben Uhr oder in der doppelten Zeit, wenn man erst eine halbe Stunde später startet.

Bangkok hat offiziellen Angaben zufolge 8,5 Millionen Einwohner (in Wirklichkeit sind es wohl 12 Millionen) und täglich quälen sich mehr als 6 Millionen Fahrzeuge in endlosen Staus durch die Stadt. Den richtigen Zeitpunkt für eine Autofahrt abzupassen, ist ein Kunststück und manchmal entscheiden nur wenige Minuten darüber, ob man „in einem Rutsch“ von A nach B kommt, oder endlos lang im Stau steckt.

Wir hatten Glück und kamen so gut voran, dass wir sogar einige Minuten früher als geplant am Anleger waren, um vom Bus in das Boot umzusteigen, was uns zum Floating Market bringen sollte. Unsere Reiseführerin (eine pensionierte Lehrerin) verkürzte die Zeit mit ausführlichen Erklärungen über Land und Leute und erwähnte zwischendurch (nicht ohne typischen Lehrerblick auf den Junior) wieder und wieder, dass das Leben wie eine Schule sei und man deswegen „iemmer lärrrnen“ müsse. Manche Menschen kommen halt nicht aus ihrer Haut… ;-)

Unsere Fahrt durch die mehr oder weniger breiten Khlongs führt vorbei an Geisterhäuschen, riesigen Satellitenschüsseln und ist schnell, heiß und spannend. Jede Menge Menschen wohnen an den Kanälen – viele in offenen Häusern, die oftmals als „Sail through“-Kaufmannsladen allerlei Waren des täglichen Bedarfs feilbieten.

Nach einer knappen halben Stunde wird der Verkehr auf den Khlongs auf einmal dichter. Wir nähern uns dem Floating Market und damit auch anderen Booten, die entweder mit Touristen oder Händlern besetzt sind und die aus aus allen Himmelsrichtungen kommend durch die Kanäle gen Markt sausen. Es sind so viele Boote, dass man phasenweise von Staus sprechen kann, die sich glücklicherweise jedoch schnell wieder auflösen, da die Thais sich untereinander mit lauten Rufen verständigen, um ein Knäuel von ineinander verkeilten Booten wieder zu entwirren.

Es herrscht Reizüberflutung pur: Auf diesem Markt kann man neben Hüten, Fake-Taschen, Textilien und Schuhen auch Obst, Gemüse und Getränke kaufen. Hier die appetitlich verpackten Pomelo-Stückchen, dort eine frische Kokosnuss. Und wer größeren Hunger verspürt, lässt sich geschwind eine heiße Suppe zubereiten, die von einem Boot ins andere gereicht wird. Der Suppenteller ist pfandfrei – nachdem man aufgegessen hat, wird er einfach mit einem freundlichen „khob kun ka“ (weibliche Variante) oder „khob kun kab“ (männliche Version) dem Besitzer wieder zurückgegeben.

1 Kommentare

  1. Nachtrag für die Buchführung: Die bei TUI gebuchte Tour kostete 44 € pro Person – eine Kinderermäßigung gab es nicht.

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