Die Geister, die ich rief…

…werd’ ich nun nicht mehr los. Während Goethes Zauberlehrling nur mit einem Besen sowie einer gehörigen Menge Wasser zu kämpfen hatte, kämpfe ich mit mir selbst und meinem Portemonnaie:

Eigennützig hatte ich vor unserer letzten Reise im Dezember nach Bangkok heimlich die Tickets von Economy- in Business Class-Versionen umgetauscht. Das Geheimnis wurde damals erst beim Einstieg in die Maschine gelüftet und ich schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: Meine gesammelten Lufthansa-Flugmeilen wurden schlagartig sowohl in anerkennende Blicke meiner beiden Mitreisenden als auch himmlischer Ruhe während des Fluges eingetauscht. Wer einmal mit ungeduldigen Kindern einen Langstreckenflug absolviert hat, weiß, wovon ich spreche.

Böse Zungen mögen nun behaupten, dass ich eventuell ein Kinderhasser bin oder gar der Meinung, dass Kinder an Board eines Flugzeuges grundsätzlich nichts verloren haben. Mitnichten! Wie Eingangs erwähnt, handelt es sich um puren Eigennutz!

Für mich beginnt Urlaub ab dem Moment, wenn die Koffer eingecheckt sind und ich unsere Bordkarten in Händen halte. Fast 180 Kilometer mit eventuellen Staus, Unfällen oder wetterbedingten Verzögerungen auf der Autobahn liegen dann genauso hinter uns wie eine ungewollte Flugstreichung oder Umbuchung durch den ausführenden Carrier.

Mit den Bordkarten bewaffnet begibt man sich nun entweder direkt zum Gate oder man macht (wenn noch ausreichend Zeit vorhanden ist) einen Zwischenstop in der Lounge, wo Kinder – auch wenn sie nicht unbedingt zur Zielgruppe dieser Einrichtung gehören – bestens versorgt sind. Man hört kein ”Ich hab’ Durst” oder ”Ich hab’ Hunger”. Auch kein ”Ich kann mich nirgendwo hinsetzen!” oder “Ihgitt, auf das Klo geh’ ich nicht”.

Stattdessen Gummibären und Kekse, saubere Toiletten und – je nach Lounge – eventuell sogar noch ein extra Kinder-Bereich. Der letzte (und erste!) gemeinsame Langstreckenflug war relaxt in so einer Lounge gestartet, hatte sich ruhig und ohne ständige Fragereien wie “Wann sind wir denn da?” oder “Ich kann nicht mehr sitzen” fortgesetzt und war mit äußerst entspannten Reisenden nach gut 10 Stunden gelandet. Mission erfüllt!

Zurück zum Zauberlehrling: Was im letzten Dezember noch geklappt hat, funktioniert nun nicht mehr weil mein Meilen-Konto noch nicht wieder über ausreichend hohes Guthaben verfügt, um ein (verwöhntes) Kind und einen ahnungslosen Mann mitsamt seiner eigennützigen Freundin kostengünstig mit Business Class-Tickets von A-nach-B zu befördern.

(Apropos kostengünstig: Auch wenn es immer wieder behauptet wird – Meilenflüge sind keinesfalls kostenlos! Flughafengebühren, Steuern und Treibstoff-Zuschlag müssen grundsätzlich vom Fluggast bezahlt werden. Ein Ticket nach Thailand kostet dann pro Person und je nach Abflug-/Ankunft-Flughafen immer noch ca. 500 €.)

Glücklicherweise erinnere ich mich rechtzeitig an die Existenz eines prall gefüllten Punkte-Kontos bei American Express. Deren Kreditkarten hatte ich berufsbedingt viele Jahre mit mir herumgeschleppt und auch eingesetzt. Das Relikt aus alten Angestellten-Zeiten kommt mir wie gerufen: Eine Menge der verfügbaren Amex-Punkte werden schnurstracks in Business Class-Tickets für drei Personen “verzaubert” und ich bin heilfroh, dass die mit diesen Tickets erflogenen Meilen sogar unseren Miles & More-Konten gutgeschrieben werden.

Ein entspannter Osterurlaub auf Phuket ist gerettet! Der Zauberlehrling kann also gerne mal für einen Erfahrungsaustausch bei mir vorbeischauen ;-)

Titelfoto: Seleneos/photocase.com

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