D wie Dosha

Bei der Ankunft im Sithnara werde ich mit Lotusblumen und dem Saft einer frischen Kokosnuss empfangen, der mir zuerst gar nicht schmecken will, da er – wie alles hier – nicht gekühlt wird. Getränke werden entweder bei „Zimmertemperatur“ (hier also 30 Grad und mehr) oder heiß getrunken. Ich bevorzuge eher kalte Getränke und damit sind wir schon beim Thema, den Doshas:

Der Begriff kommt aus dem Sanskrit und kann als Fehler oder Schaden übersetzt werden. Es gibt drei Doshas, die Vata, Pitta und Kapha genannt werden und die laut Ayurveda in jedem Menschen beheimatet sind und Einfluss auf Körper und Geist haben. Doch wie funktioniert das?

Jeder Mensch wird mit einer individuellen Mischung der drei Doshas geboren, die als Norm anzusehen ist und einen Optimal-Zustand darstellt. Im Laufe des Lebens gerät dieser Optimal-Zustand durch falsche Ernährungs- oder Lebensweisen, Umwelteinflüsse und Gewohnheiten durcheinander, so dass ein Ungleichgewicht entsteht. Ist die Differenz zum angeborenen Zustand zu groß, können (chronische) Krankheiten entstehen. Das Ziel von Ayurveda ist also, den ursprünglich angeborenen Zustand zu erhalten bzw. erneut herzustellen.

Meine individuelle Konstitution und angeborene „Dosha-Zusammenstellung“ wurde gleich am ersten Tag von der Ayurveda-Ärztin ermittelt. Während der knapp 1-stündigen Erstkonsultation musste ich auf die Waage steigen und wurde längentechnisch vermessen, der Körperbau wurde untersucht, ich musste viele Fragen zu früheren Krankheiten, meinem Charakter und meinen Gewohnheiten beantworten, der Blutdruck wurde gemessen, die Zunge und der darauf zu findende Belag genau angeschaut, die Augen inspiziert und eine Pulsdiagnose durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass ich ein Pitta-Kapha Typ bin, der unter anderem gern kalte Getränke zu sich nimmt.

In einer auf meinem Zimmer ausliegenden Informationsmappe fand ich weitere Details zur Pitta-Kapha-Konstitution:

Wenn es eine Power-Konstitution gibt, dann ist es die Pitta-Kapha-Konstitution. Der Körper ist robust und kräftig gebaut, das Immunsystem stabil und die Ausdauer und Beharrlichkeit in allen Aktivitäten ist hervorragend. Mit einer schier unerschöpflichen Energie verfolgen diese Menschen unbeirrt ihre Ziele und lassen sich durch (fast) nichts aufhalten. Der Körper erfreut sich einer sehr guten Gesundheit und Ausdauer. Belastungen durch zu viel Arbeit, falsches Essen und Stress machen sich erst nach einigen Jahren Raubbau bemerkbar. Der Geist ist ebenfalls von Klarheit und Ruhe, Scharfsinn und Geduld, Zielstrebigkeit und Gelassenheit geprägt.

Nicht schlecht, oder? Okay… die Sache mit dem Raubbau klingt vielleicht nicht so schön. Aber jetzt bin ich ja hier und meine Doshas werden sicher im Nullkommanix wieder ins Gleichgewicht gebracht und gerade gerückt.

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