Brückentag in Prag

Aufgrund der ziemlich überschaubaren Anzahl von noch nicht verplanten Urlaubstagen kam uns der Brückentag zwischen Fronleichnam und dem letzten Pfingstferien-Wochenende für einen 4-tägigen Trip wie gerufen. Um das Wortspiel mit dem Brückentag perfekt zu machen, ging die Reise nach Prag, wo es laut Wikipedia angeblich etwa 180 Brücken geben soll. Das können wir nicht bestätigen und ich befürchte, dass der Wikipedia-Autor die Anzahl der Brücken entweder zusammengewürfelt hat oder unter dem Einfluss von zu viel Pilsner Urquell, Becherovka oder Slibowitz stand, als er diesen Artikel veröffentlichte.

Trotzdem hat Prag jede Menge Brücken, über die man trockenen Fußes die Moldau überqueren kann. Die wohl bekannteste und am meisten besuchte Sehenswürdigkeit der Stadt ist die über 600 Jahre alte Karlsbrücke, die schon böhmische Könige (unter anderem Kaiserin Maria Theresia) zu ihrer Krönung beschritten.

Bei bestem (Kaiserinnen-)Wetter machten wir uns am Fronleichnamsmorgen um kurz vor neun auf den Weg, den der Navigationsknecht mit 438 km und einer Ankunft gegen 13:00 Uhr angegeben hatte. Da ich sowieso die angegebene Fahrtzeit in neun von zehn Fällen unterbiete und unser Zimmer im Hilton Old Town erst ab 14:00 Uhr zur Verfügung stehen sollte, nahmen wir die längere und landschaftlich schönere Strecke über die Dörfer und verließen schon kurz hinter Bayreuth nach erst 140 Kilometern die Autobahn.

Bei einer Agip-Tankstelle kurz hinter der verlassenen Grenze erwarben wir für 310 Tschechische Kronen (entspricht laut aktuellem MasterCard-Umrechnungskurs exakt 11,44 €) einen PKW-Mautaufkleber für 10 Tage und fuhren durch wunderschöne Landschaften und verschlafene Orte, die optisch an die Dörfer unserer Kindheit erinnerten: Kopfsteinpflaster, kleine Kaufmanns-Läden, Bierkneipen an der Ecke und geschwungene Straßen, die noch kein Städteplaner mit Lineal und Geodreieck „begradigt“ hat. Und zwischendrin alte Bausubstanz, die sich – obwohl oftmals schon marode – so wunderbar von den hiesigen Neubauten der heutigen Zeit abheben.

Allein die Fahrt nach Prag war die Reise schon wert und es ist fast ein wenig ärgerlich, dass wir keine Zwischenstopps eingelegt haben, um hier und da ein Foto zu schießen.

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