Am Ende wird alles gut

Nach drei Tagen mit grauem, aber zumeist trockenem Wetter zeigt sich Berlin heute wieder von seiner schönsten Seite – die Sonne lacht und kleine, weiße Federwolken hängen über der Stadt. Unsere Bitte nach einem Late Check-Out wird gewährt und so haben wir Zeit, die nähere Umgebung des Hotels noch einmal unsicher zu machen: Erstens wird noch ein Mitbringsel für den Junior benötigt, der in unserer Vorstellung an diesem Vormittag noch einmal auf Skiern durch den Schnee saust; und zweitens wollen wir noch ein bisschen im KaDeWe herumstöbern.

Auf dem Weg dorthin fällt mir ein, dass ich die Gedächtniskirche noch nie von innen gesehen habe, obwohl ich sicherlich schon einige Hundert Mal daran vorbeigelaufen oder -gefahren bin. Das war ein Fehler, wie sich nach wenigen Minuten herausstellt: Die Mosaike an Decken, Wänden und Böden sind irre schön, auch wenn sie nicht zu 100 Prozent wieder aus dem Haufen Schutt und Asche rekonstruiert werden konnten, der nach einem Brand im November 1943 übrig geblieben war. Vielleicht macht aber erst diese Unvollkommenheit den Reiz des Besonderen aus…

Bei einem kurzen Abstecher in die neue Gedächtniskirche, in der ein mit 6 Zentnern ziemlich gewichtiger Jesus schwebt, dürfen wir einem kostenlosen Orgelkonzert lauschen, was zufällig gerade von einem Lehrer-Schüler-Duo dargeboten wird.

Eine knappe Stunde später landen wir – um ein paar KaDeWe-Eindrücke reicher und ein paar Euro ärmer, die wir in ein T-Shirt für den Junior investiert haben – wieder im Hotel, wo wir uns zum Check-Out noch einen Kaffee genehmigen. Der Hoteldirekter (den ich seit Jahren von seiner alten Wirkungsstätte kenne) überreicht mir zum Abschied als besonders schöne Überraschung ein kleines Bild, was im Großformat im Hotel bewundert werden kann und jetzt auch als Miniatur-Ausgabe die Wand meines Büros ziert. Merci beaucoup, Monsieur Colmorgen!

Besser kann es ja fast nicht mehr werden, oder? Doch halt, da war doch noch was! Bevor wir gen Süden und damit nach Hause fahren, führt uns der Weg noch einmal in den ehemaligen Ostteil von Berlin, um den seit vormittags wieder für Besucher zugänglichen Dom zu besichtigen.

Und am Ende ist alles gut. Nicht zuletzt, weil das Wetter sehr viel schöner ist, als bei unserem missglückten Besichtigungsversuch zu Beginn der Reisewoche.

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