Akropolis-Geschichtsunterricht

Für den gemeinen Athen-Durchreisenden gehört natürlich nicht nur der Besuch einer Taverne zum Pflichtprogramm – auch die Akropolis muss besichtigt werden und so machen wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Weg dorthin. Das Tagesticket in der Metro kostet schlanke vier Euro pro Nase und ist damit sehr viel günstiger, als in anderen Europäischen Metropolen.

Die Tunnel der Haltestelle ακροπολη (Akropolis) spucken unaufhörlich große Menschenmassen aus – offenbar haben auch andere Touristen die Gelegenheit ergriffen, den warmen, aber noch wolkenverhangenen Morgen für einen Aufstieg zu der wohl bekanntesten Stadtfestung der Welt zu nutzen. Oben angekommen, fertige ich eine „notice to myself“ an, nach der ich beim nächsten Trip vor der Reise überprüfe, ob Tickets online erhältlich sind: Am Schalter für die online bestellten Tickets stehen genau 0 (in Worten: null) Wartende an – die Menschentraube vor den vier anderen Ticketschaltern ist trotz der frühen Stunde ordentlich, so dass wir erst eine halbe Stunde später und 24 Euro ärmer (Tickets für Erwachsene kosten 12 Euro – Kinder dürfen umsonst rein) die Pforten zu dieser 2.500 Jahre alten Sehenswürdigkeit durchschreiten können.

Gemeinsam mit geschätzt 3 bis 4 Tausend anderen Touristen watscheln wir im Entengang über die Stufen an den Propyläen, dem Vorhof der Akropolis empor. An diesem Nadelöhr geht es aufgrund von Platzmangel nur hintereinander auf- bzw. abwärts – begleitet von den ständigen Rufen der Ordner, weiterzugehen und nicht für einen Fotostopp auf den nur rudimentär gesicherten Treppen anzuhalten.

Der Parthenon – übrigens nicht nur als Tempel, sondern zeitweise auch als Schatzkammer, Munitionslager und nach Athens Eroberung durch die Osmanen im 15ten Jahrhundert sogar als Moschee genutzt – wird seit fast 100 Jahren restauriert. Viele der marmornen Skulpturen und Reliefs wurden im 18. Jahrhundert von Briten entfernt und befinden sich seitdem im Britischen Museum. Leider wird die Wiederherstellung durch die Britische Regierung behindert weshalb man begonnen hat, Repliken anzufertigen und diese nach und nach wieder einzusetzen. Gleiches gilt auch für die sechs riesigen Mädchenskulpturen des Erechtheion: Eine Statue befindet sich in London und die anderen fünf wurden ins Akropolis-Museum verfrachtet und durch witterungsbeständige Nachbildungen ersetzt.

Wir können uns – im Gegensatz zu den vielen Kreuzfahrt-Touristen, die mit GoPro-Kamera und Selfie-Stab ausgestattet sind – ordentlich Zeit lassen und wandern erst mit der großen Mittagshitze wieder den Berg hinunter. Vorbei am Odeon, einem 5.000 Zuschauer fassenden Theater aus dem 2ten Jahrhundert, was nach umfassender Restauration seit den 30er Jahren für Veranstaltungen genutzt wird. Im Juli erst hatte Nana Mouskouri (mittlerweile fast 80-jährig) hier einen gefeierten Auftritt. Fleißig, fleißig…

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